Schimmerschatten

Jeden Sonntag gehen Rhael und Opa im Wald spazieren. Rhael ist gerne im Wald. 

Hinter der Weggabelung wartet Schimmerschatten auf sie. Xier versteckt sich am liebsten zwischen den großen Steinen. Opa kann Schimmerschatten natürlich nicht sehen, aber er bringt xiem trotzdem manchmal Kekse mit.

Im Sommer haben sie zusammen Höhlen gebaut und verstecken gespielt. Rhael und Schimmerschatten spielen auch gerne Fangen, aber da kann Opa nicht mithalten. Im Herbst haben sie Pilze gesammelt und Bucheckern gesucht. Schimmerschatten liebt die bunten Blätter.

Jetzt sind die Bäume kahl und es ist kalt. Der Schneedrache, den sie vor ein paar Wochen gebaut haben, ist geschmolzen, nur noch ein kleines Schneehäufchen ist übrig. Die Sonne scheint, und die Vögel zwitschern. “Ist jetzt Frühling?”, fragt Rhael. “Ein bisschen dauert es noch”, sagt Opa, “aber vielleicht können wir in ein oder zwei Wochen schon Schneeglöckchen und Krokusse finden.”

Rhael und Schimmerschatten fangen schon mal an zu suchen. Sie suchen im Gestrüpp und unter den Steinen, aber nichts ist zu sehen. “Die Krokusse schlafen noch unter der Erde”, erklärt Opa. “Komm, es ist schon spät, wir gehen zurück. Vielleicht haben wir nächste Woche mehr Glück.” Rhael ist enttäuscht. Er schlurft hinter Opa her. Schimmerschatten sucht immer noch im Gebüsch. Sie sind schon fast am Waldrand, als Schimmerschatten etwas entdeckt. “Geh nicht mehr so weit, der Bus kommt gleich!”, ruft Opa. “Ich komm gleich”, ruft Rhael, “Schimmerschatten hat etwas gefunden!”

Zwischen den Ästen und braunen Blättern verstecken sich vier winzige, grüne Spitzen. Sie sind noch ganz zart. “Pass gut auf sie auf, Schimmerschatten”, flüstert Rhael. Dann läuft er zu Opa, der schon auf den Bus wartet.

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